Freitag, 24. August 2012

Schluss mit den Mythen der Meditation

Wenn Schüler über ihre Meditationserfahrung sprechen, dann schildern sie Anfängern oft ihre Erlebnisse in den buntesten Farben.
Sicher, es ist angenehm, sich an einem schönen Ort und in einer guten Atmosphäre in die Meditation zu versenken; und im Übergang auf der Reise hinein in die ( - oder wieder heraus aus der - ) Versenkung mag das eine oder andere intensive Erleben ein Geschenk sein.



Freuen Sie sich darüber und behalten Sie diese Geschenke für sich, denn allzu leicht verunsichern diese Geschichten (die ja eigentlich Ihre Freunde motivieren sollen) einen Meditationsneuling, der daraus Erwartungen, Leistungsdruck und vielleicht sogar Misserfolgserlebnisse ableiten wird, wenn er selbst keine "Trompeten von Jerecho, hochgeistige Verzückung oder Farbenfeuerwerke" berichten kann.
Und zudem zeigt alles Erleben bei einer Meditation zugleich an, dass man sich momentan noch nicht oder schon nicht mehr in der Meditation befindet.
Wem es wiederfährt, in die Lücke zwischen den Gedanken zu gleiten, der transzendiert aus dem Raumzeitkontinuum in eine andere Dimension. Was es dort bestenfalls zu erfahren gibt, ist Zeitlosigkeit und die ewige Stille, einen Anschluss an die ewige Weisheit, an das, was keinen Anfang und kein Ende hat. Selbst Erkenntnis ist im Zustand der Meditation nicht erkennbar (... und das ist anscheinend noch so ein unauflöslicher Widerspruch ? Ein Kōan also? Nein, nicht wirklich, denn ...), was eigentlich in der Meditation geschieht ist genauso wenig beschreibbar wie das Göttliche selbst.
Um etwas zu erleben und es sprachlich erfassbar zu machen, brauchen wir sowohl Raum als auch Zeit. Folglich kommt eine Erkenntnis irgendwann nach der Meditation zum Vorschein, eventuell dringt sie uns erst in Form einer Veränderung, durch eine andere Art der Wahrnehmung oder durch einen Prozess ins Bewusstsein.
Zwar kann ich im Vorfeld einer Meditation zum Beispiel die drei Seelenfragen formulieren, um mich auf die eigentliche Meditation einzustimmen (... und das ist eine gute Methode!). Meditation an sich ist jedoch ziellos und verfolgt keinerlei Sinn.
Dennoch werden sich möglicherweise ...
  • Ihr Bewusstsein und Ihre Wahrnehmung erweitern, vermutlich werden Sie 
  • Stress abbauen, vielleicht sogar 
  • innerliche und äußerliche Heilungserfahrungen machen, 
  • Ihre Beziehungen verbessern, 
  • spontan einige Wünsche erfüllt bekommen, 
... oder auch nicht?
Allen Neulingen der Meditation sei also ans Herz gelegt:
Meditation hat nichts Spektakuläres und ihr einziges Ziel ist: 
Zu meditieren :) 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen heute viel Freude mit dem Meditieren.
Namasté!

Samstag, 28. Juli 2012

Meditieren unterwegs

Sommer, Sonne, Reisen.
Unterwegs verändert sich oft der tägliche Lebensrhythmus.
Ob Sie die Reise in ferne Länder führt oder ob Sie "nur" in einem Mikrokosmos unterwegs sind. Eine Frage, die mich derzeit brennend interessiert:
Wie gelingt Ihnen die Meditation unterwegs?


Hat sich für Sie etwas verändert? Bitte teilen Sie in einem Kommentar Ihre Erfahrung und Ihre Meinung dazu mit :)


Dienstag, 24. Juli 2012

Meditiere überall



Viele meditieren lieber im stillen Kämmerlein, weil sie befürchten, sonst zu sehr abgelenkt zu sein. Mit Ihrem Primordial Sound Mantra ist das meditieren jedoch so einfach, dass Sie leicht auch in der freien Natur Meditation genießen können. An manchen Orten erzeugt die Natur Geräusche, deren gleichförmige Wiederkehr wie ein Mantra wirken kann. Lassen Sie sich vertrauensvoll auf neue Erfahrungen ein.
Allerdings sollten Sie daran denken, in so einer ausgesetzten Position (wie hier auf dem Bild) einen Sonnenschutz zu verwenden.
Haben Sie selbst schon Erfahrung mit Meditation im Freien? Teilen Sie Ihre Erlebnisse damit in den Kommentaren!

Samstag, 9. Juni 2012

Wirkung von Meditation

Wer regelmäßig meditiert bemerkt in der Regel schon nach kurzer Zeit, bei sich selbst
  • erhöhtes Wohlbefinden
  • bessere Konzentrationsfähigkeit 
  • stärkeres Einfühlungsvermögen 
  • Enstpannung im  Alltag
  • Abbau von Stress
  • Gewinn von Gelassenheit
  • Glücksgefühle nach tiefen Zuständen der Meditationen
Inzwischen sind diese Wirkungen wissenschaftlich gut belegt und abgesichert. Allgemein bekannt sind inzwischen zum Beispiel folgende Untersuchungen:

Der Neurologe Richard Davidson untersuchte mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (fMRI = functional magnetic resonance imaging) wie Glücksgefühle sich im Gehirn (genauer im linken präfrontalen Cortex)  abbilden. Personen mit langer Meditationspraxis (Tibetische Mönche) zeigen hier mit Abstand die höchste Aktivität. (vgl.  Fischer, Joan (ed.) / Wisconsin Academy review,  Volume 50, Number 1 (Winter 2004): Penn, Michael The science of happiness,   pp. 34-36).

Seine wohl bekannteste Untersuchung der Gehirne von Mitarbeitern eines Biotech-Unternehmens konnte nachweisen, dass sich bei mehr als der Hälfte von ihnen, die an etwa drei Stunden Meditation einmal wöchentlich unter der Leitung von Jon Kabat-Zinn, PhD ( dem Gründer und Geschäftsführer der Stress Reduction Clinic an der Universität of Massachusetts Medical School) teilnahmen, verbesserte Werte einstellten: 
Nach vier Monaten bemerkten sie sie bei den meditierenden Probanden eine Aufhellung der Stimmung bei gleichzeitiger Verminderung von Angst, während ihr Immunsystem messbar stabiler wurde. Was Schlagzeilen machte ... war, dass Davidson anschaulich gezeigt, dass Meditation einen signifikanten Anstieg der Aktivität in dem Teil des Gehirns herstellt, der für positive Emotionen und Eigenschaften wie Optimismus und Belastbarkeit zuständig ist - dem linken präfrontalen Kortex. Bei den oben schon erwähnten meditierenden Mönchen, leuchtete dieser Bereich auf  "wie die Lichter am Times Square" und deren Aktivität war die stärkste, die er mit seinem Team je gesehen habe - eine neurologische Erklärung ihrer "sonnigen Gelassenheit." vgl. http://www.oprah.com/spirit/Finding-Happiness-How-to-Beat-Depression-and-Anxiety # ixzz1xKjBvJJf  
Mit Hilfe der nun zur Verfügung stehenden modernen Untersuchungsmethoden konnte er nicht nur nachweisen, in welchen Bereichen des Gehirns während einer Meditation vermehrte Aktivität stattfindet, sondern sogar, dass es im Laufe der Zeit hirnorganisches Wachstum und Stabilisierungen gibt, die mit der Übung der Probanden in Meditation korrelieren.(vgl. Gehirn&Geist, Heidelberg 22.09.2005, Verlag: Spektrum der Wissenschaft) .

Olivia Carter und Jack Pettigrew von der University of Queensland, Australia, und Kollegen von der University of Queensland sowie der University of California, Berkeley berichten:
Wenn man dem rechten und dem linken Auge gleichzeitig zwei unterschiedliche Objekte zeigt, schaltet die visuelle Wahrnehmung normalerweise in kurzem Abstand zwischen beiden Objekten hin und her. Während eine auf Mitgefühl basierende Meditationsform in der Wahrnehmungsverarbeitung keine signifikanten Veränderungen ergab, konnte eine atembasierte Ein-Punkt-Meditation (die zum Beispiel mit Hilfe eines Yantra oder mit einem Mantra durchgeführt werden kann, d.A.) eine deutliche Stärkung der visuellen Konzentration auf nur eines der Objekt nachweisen. (vgl. Medical News Today: Meditation skills of Buddhist monks yield clues to brain's regulation of attention. Main Category: Neurology / Neuroscience
Nach einem Interview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult Wolf Singer in der IZNF-Welt zu seinem gemeinsamen Buch mit Matthieu Ricard bestätigt sich die Steigerung des Aufmerksamkeitsvermögens und gleichzeitig lässt sich eine Stärkung des Volumens der Großhirnrinde nachweisen, die normalerweise im Alterungsprozess abnimmt. Bei regelmäßig meditierenden Menschen bleibt die Großhirnrinde altersunabhängig stabil, wobei die Autoren darauf hinweisen, dass diese Wirkung regelmäßiges Training erfordert. "Es bleibt festzuhalten: Durch Meditation verändert sich das Hirn, es ist nicht nur Autosuggestion."
ISBN-10: 3518260049)Nach Britta Hölzels Untersuchung am Massachusetts General Hospital und an der Harvard Medical School an Meditationsanfängern konnte die Neuropsychologin untersuchte ihre Probanden in einem Kernspintomographen, bevor und  "nachdem diese acht Wochen jeden Tag 30 Minuten ihre Meditationsübungen absolviert hatten. Das Ergebnis: Meditation wirkt rasch. Schon nach dieser kurzen Zeit sah sie messbare Effekte. Die Gehirnstruktur hatte sich an einigen Stellen verändert. Vor allem im Hippocampus hatte sich die Dichte der grauen Substanz erhöht. Dieser spielt eine wichtige Rolle für das Langzeitgedächtnis und für Emotionen. Aber auch in den Regionen, die mit der Selbstwahrnehmung und der Empathie gegenüber Mitmenschen assoziiert sind, nahm die graue Substanz zu." (vgl. : Meditation ist mehr als Entspannung. Forscher beweisen: Sie schützt uns vor Burn-out, trainiert das Gehirn – und macht glücklich.
Der Neurobiologe Kabat-Zinn entwickelte aus unterschiedlichen Meditationsmethoden die „Mindfulness-Based Stress Reduction“ (MBSR), prinzipiell eine Mischung, die auf der Basis der "Ein-Punkt-Meditation" (s.o.) funktioniert. Stressbewältigung durch Achtsamkeit lautet die offizielle deutsche Übersetzung. "Im Jahr 1979 führte Kabat-Zinn zum ersten Mal an der Stressklinik der Uni Worcester sein achtwöchiges Therapieprogramm durch. Rund 20 000 chronisch Kranke, Menschen mit psychosomatischen Beschwerden und Tausende stressgeplagte Gesunde haben dort bis heute daran teilgenommen." (vgl.:   Dabei lässt sich deutlich messen, wie sich der Körper bei den Übungen entspannt. "Er verbraucht weniger Sauerstoff. Die Atemfrequenz, der Laktatwert und der Blutdruck sinken. Auch der Tonus der Muskeln nimmt ab. Das Level der Stresshormone normalisiert sich. „Physiologisch passiert genau das Gegenteil einer Stressreaktion“, erklärt Kabat-Zinn."
Diese Meditationsvariante vermindert nachweislich nicht nur Stress, sondern auch seine Folgeschäden wie Kopfschmerzen, Migräne und Schlafstörungen. "In der Therapie von Depressiven hat eine abgewandelte Form des MBSR-Progamms bereits ihren festen Platz. Bei Patienten, die bereits drei depressive Episoden erlebt haben, halbierte sich die Rückfallquote. Das sogenannte MBCT wirkt als Prophylaxe, besser als Medikamente."

Dr. Ulrich Ott und Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer


Der Hypocampus ist bei meditierenden mehr ausdifferenziert. Wenn der Inselcortex im Zusammenhang mit Meditation an grauer Substanz gewinnt, bedeutet das, das die Wahrnehmung sich verbessert und die Verarbeitung von Gefühlen sich differenzierter wird, d.h. wir verbessern unsere Lernfähigkeit.

Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

Ja, man kann die Wirkung von Meditation auf das Gehirn nachweisen. In Meditation Geübte können durch die "Top-Down-Kontrolle" ihre Gefühle besser beherrschen, z.B. besser mit ihren Impulsen oder ihrer Angst umgehen. Regelmäßige Meditation erleichtert dem Meditierenden die Anwendung der dadurch erworbenen Fähigkeiten. Es gibt also einen Trainingseffekt. Jeder Mensch kann lernen, zu meditieren. Im Unterschied zu anderen Entspannungsverfahren liegt die Kontrolle ganz beim Meditierenden selbst. Es gibt zu diesem Lernprozess unterschiedliche Zugangswege, in denen der Lehrer versucht, dem Schüler dieses Lernen zu erleichtern. (z.B. in dem er die Konzentration und Aufmerksamkeit auf den Körper oder auf bestimmte Dinge lenkt). Das Ziel ist, dass der Meditierende Selbstkontrolle über sich bekommt. Es geht nach Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer darum, dem eigenen Gedankenstrom nicht machtlos ausgeliefert zu sein, sondern den Einfluss der eigenen Gedanken aktiv unter Kontrolle zu haben.
Es ist wichtig, weniger Stress zu haben, denn Stress macht Nerven und die Immunabwehr kaputt. Bei einer guten, gesunden Lebensführung ist das Risiko der Erkrankung (z.B. bei der Demenz) geringer, bzw. die Gesundheitsreserven sind wesentlich größer.
Meditation ist eine sehr gute Strategie, Stress herunter zu regeln, die Selbstkontrolle zu verbessern und langfristig gesünder zu bleiben.
Die Hirnforschung hat dazu beigetragen, dass man die Auswirkungen von Meditation abbilden kann und dadurch zu zeigen, dass die Ergebnisse und Verbesserungen nicht nur subjektivem Erleben entsprechen, sondern tatsächlich validiert und belegt werden können. 

Deutlich nachgewiesen wurde auch, dass es keiner besonders akrobatischen Sitzhaltung oder komplizierter Atemtechniken bedarf, um zu meditieren.  Man muss also weder Mönch noch Yogi sein um von Meditation profitieren zu können.  Widerlegt ist im gleichen Zuge auch, dass es einer besonderen Weltanschauung bedürfe, um sich der unterschiedlichen Meditationstechniken zu bedienen. Keiner muss also einer Religionsgemeinschaft, einer Sekte oder einer esotherischen Gruppierung beitreten, um zu meditieren. Es geht also auch nicht darum, sich auf komplexe Gedankengänge, literarische Werke, religiöse Betrachtungen  oder mediale Inhalte zu konzentrieren. 
Hier ist weniger mehr. Je einfacher eine Meditationsform ist, je weniger sie Gedanken provoziert oder die Konzentration auf einen Inhalt verlangt, um so besser wirkt sie. 
Ein guter Meditationslehrer kann Ihnen helfen, den Aufwand der Meditation auf ein Minimum zu reduzieren und von Mal zu Mal schneller und einfacher in den meditativen Zustand zu gelangen.
Die aus meiner persönlichen Erfahrung unkomplizierteste Methode ist die Primordial Sound Meditation oder Urklangmeditation, bei der der Meditierende sein persönliches Geburtsmantra verwendet, was die Gedankenflut aushebelt und gleichzeitig aufgrund seiner Ankerwirkung den Zugang zu einem "Schwebezustand zwischen den Gedanken" begünstigt.

Nun hoffe ich, dieser Artikel war für Sie aufschlussreich, und ich freue mich sehr, wenn Sie uns in den Kommentaren an Ihren eigenen Erfahrungen über die Auswirkungen von Meditation Anteil haben lassen, oder weitere Studien erwähnen können, die Ihnen über die Wirkungen von Meditation bekannt geworden sind. 
Sollten Sie selbst noch wenig oder keine Erfahrung mit Meditation besitzen und nun Appetit darauf bekommen haben, diese wunderbare Methode für sich zu erschließen, helfe ich Ihnen gerne, einen geeigneten Lehrer in Ihrer Region für Sie zu finden.

Montag, 30. April 2012

Fans kaufen ja oder nein?

Die Social Media Expertin Tina Gallinaro fragte mich heute morgen überraschend zum Thema "Fans kaufen ?" nach meiner Einstellung: Selbst hab ich noch nie daran gedacht. Wenn das für mich erfolgversprechend gewesen wäre, hätte ich vermutlich einige Follower mehr ;)

Auf die Frage zu antworten ist heikel. Die Diskussion darüber ist polarisierend. 
  • Der Fragebogen, den Du dafür gewählt hast, Tina, legt (zumal man für die ganze Fragenübersicht erst herunterscrollen muss) eine moralisierende Beantwortung nahe. 
  • Manche lassen sich - was ihre Erfolgsgeheimnisse angeht - nicht gerne (unbezahlt :) in die Karten schauen. Wenn z.B. jemand 10.000 Follower hat und offen vertreten würde, 5000 davon "gekauft" zu haben, nähme er nicht nur sich, sondern auch den "gekauften" Fans ein Stück Würde, zumindest muss er damit rechnen, dass die moralisierende Messlatte ihn dann an den Pranger bringt. 
  • Auch wenn sich ein(e) Anbieter(in) einen Teil der Fans "gekauft" hätte, müsste er (sie) diesen Kauf mit irgend etwas bezahlt haben. Vermutlich hat er (sie) dafür etwas hergegeben, das als Äquivalent seiner (ihrer) eigenen (Vor-) Leistung gelten darf. Ob er (oder sie) nun mit schönen Worten potenzielle Kunden umwirbt, mit Geschenken oder diese mit etwas anlockt, was ihn selbst und sein Angebot attraktiv erscheinen lässt, ob er, weil er sich um seine eigentliche Arbeit kümmern möchte, mit der PR lieber Spezialisten beauftragt, oder schlicht und ergreifend Fans kauft, wenn wir ehrlich sind, ist der Übergang zwischen Kommunikation und Prostitution doch - zumindest im Socialmediabereich - inzwischen manchmal fließend. 
  • Ein unabhängiger Betrachter von außen würde vielleicht dazu sagen: Dass die sich alle so lieb haben finde ich doch erstaunlich bis unwahrscheinlich.
  • So lange wir selbst in der Leistungs- und Wachstumsideologie gefangen bleiben, und es uns beim "besten Willen" und Bemühen nicht gelingt, die sich damit manifestierenden Paradigmen zu transzendieren, werden wir uns selbst ihrer Instrumente und (Status-) Symbole bedienen, logisch?
Jetzt mal "Butter bei die Fische"! Wie ist das eigentlich bei mir? Exkurs in mein eigenes Cyber-und Real-Dasein :)


Mein Anspruch: Jeder Fan oder Kunde hat meine volle Aufmerksamkeit verdient, wenn er kommt, sich auf einer meiner Open-Content-Seiten äussert, einfach nur dabei sein möchte, eventuell persönliche Fragen an mich hat oder wieder geht. Da mache ich keinen Unterschied zwischen CyberLife (CL) und RealLife (RL).  Jeder Fan, der Vertrauen investiert, weil es mir auf irgend einem Kanal gelungen ist, ihm etwas anzubieten, was ihm Freude bereitet, ist für mich ein "High End Client" (HEC)

Die einzelnen Kanäle, auf denen ich als Cyborg oder Mensch unterwegs bin, haben unterschiedliche Qualitäten und bekommen von mir einen unterschiedlichen Einsatz an Energie zugestanden.

  • Printmedien bedeuten für mich zu viel Aufwand und sind zu wenig interaktiv. 
  • Reine Businessnetzwerke (z.B. Xing & Linkedin) haben für mich sehr an Reiz eingebüßt. Die Einladungsüberschwemmung mit Inhalten, die ich selbst anbieten kann, törnen oder stumpfen ab. In den Gruppen dort lese ich mit, bin jedoch nur noch höchst sporadisch aktiv.
  • Veranstaltungen, Neuigkeiten oder interessante Inhalte verbreite ich am liebsten auf meiner FB-Landeseite , das ist unkompliziert, schnell und erreicht die meisten aus meiner kleinen Community am zuverlässigsten. 
  • Für diejenigen Fans, die immer noch socialmediaresistent sind, und das sind von denen, die regelmäßig meditieren erstaunlich viele,  gibt's einen Newsletter, der notorisch spät rausgeht und auf den ungefähr so spontan wie auf Twitter reagiert werden muss. 
  • Dann hab ich noch die "gute alte Homepage" (mit diversen Subpages, z.B. einer über Meditation), die zwar längerfristig standardisierten Inhalt anbieten, die jedoch web 2.0 verlinkt daherkommen 
  • und bisher als mein SM-Stiefkind Google+ , dessen Format ich nach wie vor unpraktisch und schwer einschätzbar finde. Dort bringe ich die mittelfristigen Info's (z.B. regelmäßige Veranstaltungen oder große, langfristig vorzubereitende Events unter.  Genau genommen finde ich hier nur die Hangout-Funktion wirklich attraktiv,
  • wobei Skype (top-777) immer noch mehr Privacy-Charakter für mich und (offenbar auch für meine Kunden) hat.
  • Diesen Blog verwende ich als das, was er ist: Ein Notizblock für Entwürfe, längere Gedankenketten, kürzere kritische Anmerkungen, Stellungnahmen und Kommentare. Sozusagen meine Spielwiese für Dinge, die sich in der Diskussion weiterentwickeln dürfen, die ich teilweise später wieder verwerfe oder weiter ausbaue, vertiefe und wieder verwende.  
  • Über Twitter kommuniziere ich mit der Welt am liebsten. Reduziert auf 140 Zeichen kann ich aus einem riesigen Wissenspool schöpfen und mich  an diesem Vormodell für "kollektives Bewußtsein" spielerisch beteiligen. Es bringt Austausch, persönliches Wissen, es leiten sich viele Gespräche auf Augenhöhe daraus ab.
Das alles bedeutet - wie die meisten aktiven Leser hier ja selbst genau wissen - enorm viel Arbeit und Aufwand, der neben der täglichen Existenzsicherung stattfindet. Wenn dieser steigt, und ich weiterhin meinen oben formulierten Anspruch erfüllen möchte, werde ich irgendwann ein Team oder Personal dafür brauchen, von denen ich dann Know-how und Arbeitskraft einkaufen muss. 


Bisher ergibt sich aus all den täglichen Begegnungen im Cyber Life (CL) manchmal ein Zusammentreffen im Real Life (RL). Gelegentlich nimmt auch jemand meine speziellen Begabungen, Fähigkeiten und Angebote wahr und gibt mir dafür einen Ausgleich, ja z.B. ein Honorar das mir hilft, meine täglichen Ansprüche und einen Teil des Aufwands zu decken, Bedürfnisse meiner Familie und eigene Wünsche zu erfüllen. Einige Male bekam ich dafür auch eine Gegenleistung, die zu meiner Lebensqualität auf andere Art und Weise beiträgt. Oft sind es schlicht Bitte, Danke und ein Lächeln vielleicht Zuspruch oder Weiterempfehlungen. Meistens besteht die Gegenleistung aus Anregung, Wissen, einer herzliche Begegnung

Wichtigste Antriebsmotoren sind dabei (für mich) grenzenlose Neugier, nahezu unstillbarer Wissensdurst und Spaß an der Begegnung.

Demzufolge werde ich dies so lange machen, wie mir das Freude bereitet, und ich den Eindruck habe, dass es dazu beiträgt, mein Dharma (Lebensaufgabe) leben zu können. 
Dabei rankt sich mein Engagement um einige Lieblingsthemen, die ich gerne (mit-) teile, weil ich der Überzeugung bin, dass wir gut daran tun, zu lernen, unsere kollektive Intelligenz kennenzulernen und uns gegenseitig für die notwendigen, längst anstehenden neuen Lösungen in fast allen Bereichen zu bestärken und zu beflügeln

Wenn das, was ich tue und sage von Menschen wahrgenommen und weitergereicht wird, und es, weil es gut ist, zu meinem Bekanntheitsgrad beiträgt, stärkt das mein Ego, das mir (innerhalb der alten Paradigmen und momentan noch bei der Existenzsicherung) hilft. Klar ist jedem von uns: Wer Einfluss hat und Vertrauen genießt, bekommt Rückmeldung, erlebt Austausch, findet "Follower", "Fans" und letztlich auch Kunden. Das macht ja die Weiterempfehlungen und Retweets oder das Teilen so wertvoll.  Schließlich sind wir Menschen soziale Wesen und die Begegnung mit den anderen hilft uns - auch zur Selbsterkenntnis. (im CL wie im RL :))


Dies sei der Hintergrund, vor dem ich mich nun wieder Deiner Ausgangsfrage, Tina,  " Fans kaufen? " zuwende.


Stellt Euch einerseits vor, 500 "gekaufte" Kunden stehen in Eurer Edelboutique herum: Nehmen wir an 10 davon wundern sich zwar, wie sie dort hingekommen sind, finden dann aber doch 'was (schon mal gut :). Die anderen versperren die Sicht, suchen die Theke, im besten Fall langweilen Sie sich nur, im schwierigsten Fall fangen sie an, sich auf mehr oder weniger originelle Weise bemerkbar zu machen, Aufmerksamkeit an sich zu binden, andere Kunden oder das Personal zu provozieren u.s.w.  Selbst wenn Ihr eine "Jahrmarktbude auf dem Tollwood" betreibt, hängt es sehr vom Konzept und der Zielsetzung Eures Unternehmens ab, ob es gut für Euch ist, wenn Euer Verkaufsstand von einer Menschentraube belegt wird oder nicht (... und wer wird schon gerne in eine Schlägerei verwickelt ?)
Andererseits haben eine gute PR und ein Claqueur im richtigen Moment schon manchem Vorhaben schon eine Menge Erfolg beschert. Eine Kneipe wird gemütlicher, wenn noch andere Menschen da sind. Wer fühlt sich in einem leeren Theater oder in einer leeren Halle bei einem fanlosen Rockkonzert nicht deplaziert? Wär's nicht schade, ein - an und für sich wünschenswertes - Ziel nicht zu erreichen, oder mit einer guten Idee ignoriert zu werden, nur aus unserer Ignoranz den menschlichen sozialen Bedürfnissen und Eigenschaften gegenüber? Wenn dann der Laden mal läuft und die Stimmung passt, braucht's keine zusätzlichen  "Starthelfer" oder "Anschieber" mehr. Wenn sie allerdings gehen und der Laden läuft noch nicht, ist das noch zusätzliche schlechte Werbung.
Last but not least wird vieles von der Auswahl der Fans als potenziellen Kunden abhängen. Wenn jemand die Kunst beherrscht, genau die Menschen zu einem Event zusammenzutrommeln, die sich sowieso für Dein Angebot interessieren, warum sollte er dafür kein Honorar bekommen dürfen? Nehmen wir also an, Ihr habt in einen Künstler seines Fachs investiert, der hat Euch echte, handverlesen vorausgewählte potenzielle Kundschaft in den Laden geschickt, und Ihr seid auf den Ansturm nicht vorbereitet bzw. könnt die Nachfrage nicht decken, was passiert wohl dann? ;)  
In beiden Fällen kommen wir um eine Vorabüberlegung nicht herum: 
Wie viel Aufwand müssen wir treiben, um der Menge von Menschen, die dort - mit oder ohne Anspruch - auf uns zukommen, angemessen gegenüber zu treten?


Die Fragestellung nach "gekauften Fans" ist vielschichtig, sowohl für den Interessenten als auch für den Anbieter. Im PR- wie im Socialmediabereich (bzw. besonders auch in der Kombination der beiden) hab ich schon sehr unterschiedliche Leute kennengelernt. Wichtig ist, dass 
  • die "Chemie stimmt", dann 
  • die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit passen. 
Ob wir dies erleben, hat mit unserem Bewußtsein (State of Consciousness: Nochmal ein ganz eigenes Thema) zu tun.  
Offene Kommunikation - sich gegenseitig Kennenlernen - gehen einfacher, wenn man dazu die Kommunikationskanäle (s.o.) mischt, auch Übergänge zwischen CL und RL aktiv nützt und ausbaut. Wenn es dann wirklich stimmt, ist alles möglich, Nachhaltigkeit, sogar tiefe Verbundenheit und Liebe
Eigentlich sind also andere Fragen wichtig als die nach einer "Fankauf richtig oder falsch Polarität".  

Glücklicherweise müssen wir ja gar nicht entscheiden, ob es gut oder schlecht ist, Fans zu kaufen oder sich als Fan zu verkaufen (bzw. kaufen zu lassen). Jede(r) trifft letztlich seine Entscheidungen selbst, ob er (sie) für seine Hilfe oder Unterstützung genügend Ausgleich bekommt. 
Solange er (sie) in einem System lebt, in dem Geld als Tauschäquivalent angesehen wird (auch wenn es nur eine auf Schulden basierende verzinsliche materialisierte Fiktion sei), ist es praktisch, wenn er (sie) etwas davon zur Verfügung hat und - insofern für uns alle nachvollziehbar -  sein (oder ihr) Angebot im Tausch monetär absichern sprich bezahlt haben möchte. 
Keiner von uns, das unterstelle ich jetzt einfach, ist schon ganz und gar frei von Konditionierungen und irgendwie sind wir alles geprägt von materialistischen Paradigmen. Das ist nicht weiter schlimm. Um so erfreulicher sind alle Ansätze, die helfen, die "offensichtlich schlüssigen Erklärungen jener Glaubens- und Wahrnehmungswelten (und um solche handelt es sich ja) in Frage zu stellen. Ob sie nun ihrerseits schon gleich gute Alternativen und in sich abgerundete Konzepte bieten oder auch nicht. 
Es gibt viele, die sich Gedanken machen, sich auseinander- und zusammensetzen und die gängigen Konzepte von einer anderen Seite aus beleuchten helfen, wie z.B.  
@OliverSchnock der in der letzten Woche der Frage nach "Wohlstand ohne Wachstum" im Facebook und auf Twitter ein Forum verlieh, oder  
Wolfgang Niederhausen (@coachforyou) der schon Anfang April auf seiner Facebookseite auf eine interessante ZDF-Sendung über die Grundprobleme des Geldes hinwies, oder auch Du, 
Tina Gallinaro (@TinaGalli1 ), die mit ihrer Umfrage auf Facebook  eine Diskussion anzettelt und damit einen Gedankenanstöße gibt.  
Unzählige Gruppen bei FB, Twitter, G+, etc. rühren inzwschen im Feld der unbegrenzten Möglichkeiten herum und fördern einen Geistesblitz nach dem anderen zu Tage :)  Das eine oder andere, was auf den ersten Blick nur "Unsinn im Sinn" hat (Herzliche Grüße an meine geliebte @bunnycrew !) hat Tiefgang.

Wer sich im SocialmediaBereich umschaut findet inzwischen noch viel mehr Menschen, die sich - inzwischen auch im deutschen Sprachraum vermehrt dafür engagieren, eine - globale - Veränderung, "Change" , "Paradigmenwechsel" mutig anzugehen. Vielleicht bestätigt sich mein Verdacht, dass die "kritische Menge", von Elementen in einem System, die ab irgendeinem Punkt die beginnende Veränderung unumkehrbar macht, schon längst erreicht ist.



Während ich in den sozialen Medien, in dieser "Vorstufe", dem Meer des kollektiven Denkens, fische, stelle ich inzwischen immer wieder erfreut fest, wie weit wir eigentlich auf diesem Weg und wie nah wir uns im Grunde schon sind. "You're not alone!"  Also gibt es Hoffnung für Frieden, Harmonie, Lachen und Liebe. Wenn das kein gutes Statement zum ersten Mai ist :)) !



Vorläufiges persönliches Fazit: Fankauf ja oder nein ? Welchen Weg auch immer Ihr geht, ich wünsche Euch die Kunden und den Erfolg, der Eurer und unserer gemeinsamen Idee weiterhilft.  Verurteilt nichts, denkt und fühlt viel, lacht, liebt teilt und meditiert  täglich :)


Bin jetzt wiedermal sehr gespannt auf Eure Kommentare:

Namasté

Donnerstag, 26. April 2012

Meditationsangebot in Fürstenfeldbruck

Seit beinahe 2 Jahren gibt es in Fürstenfeldbruck wöchentlich ein regelmäßiges Meditationsangebot ( Achtung: Seit den Sommerferien 2012 haben wir das Angebot bis auf Weiteres ausgesetzt. Sollten Sie sich im Winterhalbjahr wieder die Teilnahme an einer Meditationsgruppe wünschen, wenden Sie sich bitte direkt an den Autor: +49-171-4918666). 
  • Im Spiegelsaal der Ballettschule Götze & Werner, Hauptstraße 24 (Innenhof), 82256 Fürstenfeldbruck, biete ich an jedem Donnerstag (außerhalb der bayerischen Schulferien) einen Meditationsabend an. 
Dieser ist für Schüler und Studenten frei. Alle Einführungsabende für Meditationsinteressierte und -anfänger sind gratis. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit dem Thema vertraut zu machen, Antworten auf Ihre Fragen und praktische Tipps für die tägliche Praxis zu bekommen.


Über Sinn, Nutzen und praktische Anwendung von Meditation erfahren Sie auch in diesem Blog, auf meiner Homepage oder im Facebook.
Das ist nicht nur ein Anlass zur Freude, sondern auch eine gute Gelegenheit und eine Alternative zum Kino :)
Ich freue mich auf Ihren Besuch!
Namasté
Thomas Piruzgar

Achtung: Seit den Sommerferien 2012 haben wir das Angebot bis auf Weiteres ausgesetzt. Sollten Sie sich im Winterhalbjahr wieder die Teilnahme an einer Meditationsgruppe wünschen, wenden Sie sich bitte direkt an den Autor: +49-171-4918666)

Freitag, 20. April 2012

Wenn der Stress die Seele angreift ?

... geht das überhaupt?  Kurz zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 07.07.2011

Keine Angst: Die Seele geht nicht kaputt! Es kann allerdings sein, dass unser Körper dem Stress auf Dauer nicht standhält und die Seele sich in Sicherheit bringen muss (die Notbremse zieht, oder vielleicht ganz aussteigen will).
Viele kriegen für ihren Raubbau an den körperlichen Ressourcen früher oder später die Quittung, und wenn dann nichts mehr so funktioniert, wie es den eigenen Ansprüchen zufolge eigentlich soll, spricht man inzwischen von "Burnout". Auch wenn "Burnout" als wissenschaftlicher Begriff nicht anerkannt wird, finde ich jedoch, dass er das Gefühl der Betroffenen sehr gut beschreibt.
Als ich neulich (... im Spätsommer, d.A.) abends mit einem Topmanager in vertrauter Runde in einem Münchener Biergarten saß, erzählte er erst sein Leid, beschrieb seine ehemals unschlagbare Karriere, und dass er sich nach seinem Zusammenbruch nun etwas zurücknehmen müsse. Eigentlich komme ihm entgegen, dass seine Auftragsbücher rückläufig sind, und dass er, wenn er ehrlich sei, keinen gesteigerten Wert mehr auf neue Aufträge lege.  Doch - seine Stimme wurde leiser - er habe sogar schon mal heimlich etwas über Meditation gelesen und es ausprobiert, er als erwachsener ADHSler bekomme das aber nicht hin. So still und gerade zu sitzen und an Nichts zu denken. Da würde man ja verrückt. 
Dann griff er nach meinem Unterarm, lehnte sich über den Biertisch und raunte mir zu: "Bei Deinen Seminarangeboten für eine Firma erwähnst Du am besten das Wort >> Meditation << gar nicht erst! Du magst zwar Recht haben, mit Deinem Vorschlag, aber die Kollegen in den Führungsetagen meiden das Wort wie der Teufel das Weihwasser!" 
Am Tag drauf las ich den eingangs erwähnten - wie ich meine guten Einstiegsartikel - in der Süddeutschen Zeitung über die Folgen von überzogenem Leistungsdruck im Job mit den Titeln "Wenn der Stress die Seele angreift" & "Zeit für Entschleunigung!" Dazu gaben dann einige mehr oder weniger gut gemeinte Ratschläge und Kommentare:
z.B. schreibt greyhound13: "Es gibt viele Dinge, die das Leben entschleunigen würden; einfach mal den Radio, Fernseher, iPod auslassen und die Ruhe zu Hause genießen. Nicht auf jede Grill-, Gartenpartie gehen, sondern einfach mal nur zu Hause abhängen. Stress gibt es nämlich nicht nur im Job, sondern auch in der Freizeitstreß setzt die Leute unter Druck; immer und ständig auch in der Freizeit aktiv zu sein, hat oftmals nicht's mit Erhohlung zu tun. Ja und im Aktiv-Urlaub geht's dann weiter mit den Aktionen, anstatt auch ohne schlechtem Gewissen alle viere mal gerade sein lassen und Löcher in die Luft schauen."
"Alle Viere mal gerade sein lassen und Löcher in die Luft schauen" ... mag ein guter Tipp sein. Für viele, die schon im Besorgen verstrickt sind, dem "Schneller, Höher, Weiter ... " folgend, und darüber hinaus im Social-Media-Stress versinken, ist der gute Ratschlag nicht so ohne Weiteres anwendbar. Mit erhöhtem Blutdruck, der Existenzangst im Nacken oder der Angst vor der Einsamkeit sind Stille und Rückzug oft gar nicht auszuhalten, weder im Kopf noch im Körper! Nicht selten wird dies als Niederlage erlebt und als Abkürzung in Depression und Abseits. Manchmal bleibt von so einem Ratschlag also nur die zynische Eröffnung eines Teufelskreises übrig.
Solange selbst Menschen, die es auf Grund von Bildung und Horizont besser wissen müssten, Stille und Meditation ängstlich meiden, ist guter Rat teuer, für die Betroffenen, für ihre Arbeitgeber, für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft.
Es gehört offensichtlich immer noch zum Mindset vieler Entscheidungsträger & Manager und vieler "Otto Normal Bürger", Überlastungsanzeichen nicht nur zu ignorieren, sondern es auf keinen Fall zugeben zu wollen, wenn sie einen Weg für Entspannung und Selbstfindung suchen, weil sie befürchten, man könne ihnen dies als Schwäche auslegen :))
Das ist ein interessanter Trugschluss. Aber wenn Sie - wie ich selbst früher - auch heute noch zu den Leuten gehören, die sich nicht trauen, eine Schwäche zuzugeben (... und wenn schon dann nur hinter vorgehaltener Hand), dann möchte ich Ihnen und meinem Freund zuraunen: "Tun Sie' s in Gottes Namen eben dann erst einmal heimlich."
Ganz offen gesprochen, ist mein Freund, der Topmanager, für seine Firma aktuell in dieser Position eigentlich nicht mehr tragbar. Das kostet offensichtlich auf Dauer Kunden und Arbeitsplätze. Interessanterweise gehen ihm gerade vermehrt Aufträge "durch Intrigen" an die Konkurrenz verloren. Hoffentlich ist er bald wieder besser drauf, und weil ich auch seine private Seite kenne, mache ich mir nicht so große Sorgen, da seine Familie ihn liebt und ihm den Rücken stärkt.
Es gibt zum Glück - allen Unkenrufen zum Trotz - auch mutige Vorreiter und positive Beispiele für Vorsorge und Auswege aus der Stress-Falle:
Finanzieren Sie Ihren Mitarbeitern einen Yogakurs, ein Retreat oder holen Sie sich einen guten Meditationslehrer ins Haus! Lassen Sie sich von guten Fachleuten helfen, sich selbst zu helfen! Gehen Sie als Arbeitgeber mit gutem Beispiel voran!
Hier nochmal der Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung